whisper

Luina liest: Perry Rhodan, 4. Kapitel - Fröhliches Geballer auf dem Mond

Nachdem wir auf der Erde erfahren haben, dass man die Stardust (ein seltendämlicher Name, wenn ihr mich fragt. Sowas wäre mir höchstens als Teenager eingefallen) schon eine Weile vermisst, geht’s direkt zurück zum Mond.
Und damit auf ins vierte Kapitel.



Die Crew saß 24 Stunden wegen einer ominösen Boden-Radioaktivität auf dem Schiff fest, bis diese unter der absorbierenden Einwirkung der ausgestäubten Chemikalien abgeklungen war.
Ich bin mir nicht sicher, ob da der ganze Mond radioaktiv ist, oder ob die von dem Triebwerk der Stardust kommt. Erklärt wird es jedenfalls nicht und ich hoffe im Interesse der Astronauten, das letzteres der Fall ist. Aber so oder so: Chemikalien, die Radioaktivität neutralisieren? Coole Sache, das könnten wir heute auch dringend gebrauchen.
Immerhin ist das Schiff nur leicht beschädigt, ein Landebein ist angeknackst. Das Triebwerk konnte infolge der Strahlung noch nicht überprüft werden. Ein kurzer Probelauf hatte jedoch eine völlig einwandfreie Funktion ergeben. Na dann viel Spaß beim Warten o_O Wir erinnern uns, die benutzen Plutonium. Es geht eindeutig schlimmer, aber mit einer Halbwertszeit von circa 87-88 Jahren braucht es trotzdem seine Zeit. Aber die Geschichte der Atomtests hat ja leider gezeigt, wie unvorsichtig man damals mit radioaktiven Materialien umging. Vermutlich ist es gut, dass Flipper ein Baby in Aussicht hat, ich habe das Gefühl, dass es nach dieser Mission damit schwierig werden könnte.
Zwölf Stunden später haben sie ein Zelt aufgeblasen. Der Inhalt einer kleinen Preßluftflasche hatte genügt, um das Spezialzelt zu einem stahlhart wirkendem Gebilde aufzublasen. Der fehlende Außendruck hatte auch seine Vorteile. Ähm... es reicht nicht, einfach nur ein bisschen Atmosphäre in ein Zelt zu blasen, der Druck sollte so sein, dass er für Menschen geeignet ist. Wir halten uns zwar gerne für unverwundbar, aber wenn man nur etwas von dem Druck abweicht, den wir gewöhnt sind, kann das ganz schnell richtig böse enden o_o Jeder, der sich etwas mit Tauchen auskennt, kann da ein Lied von singen.
Jedenfalls bauen sie das Ding weiter auf und wie wir erfahren, ist [d]iese Konstruktion […] auf der Erde unter naturgetreu nachgeahmten Bedingungen geprüft worden. Also im Vakuum. Alles klar. Nur Meteoriten konnten ihr gefährlich werden, sonst nichts. Naja, sonst passiert da auch nicht viel. Abgesehen von Verschleißerscheinungen. Das Material muss jedenfalls eine ganz schöne Belastung aushalten.
Nun ja. Sie können jedenfalls rausfinden, wo sie gelandet sind, nämlich knapp 82 Kilometer hinter dem lunaren Südpol. Das wird ein langer Spaziergang, wenn sie die Erde anfunken wollen. Die Sonne war als Sichel zu sehen. Bitte was? o__O Wie soll das denn bitte gehen? Die verdammte Sonne strahlt von selbst, anders als der Mond! Sie lugte eben noch über dem nahen Mondhorizont hervor. Okay, sie ist also eine Sichel, weil sie nur knapp über den Horizont ist? Oder wie oder was? Ich weiß gerade echt nicht, wie ich mir das vorstellen soll. Wenn sie am Horizont ist, wird sie da aber auch nicht ewig bleiben. Nur weil der Mond uns immer dieselbe Seite zuwendet, heißt das nicht, dass das bei der Sonne ebenfalls gilt.
Überraschung: Die Erde ist nicht sichtbar. So viel hab ich mir schon gedacht. Sie hing weit jenseits des Horizonts, wonach an eine Funkverbindung nicht zu denken war. Auch das war inzwischen klar. Was macht der Chef? Rhodan hatte diese Schwierigkeit mit einer Handbewegung abgetan. Wir sind ohne Kontakt zur Erde? Alles kein Problem. Man sollte meinen, es wäre Priorität, Kontakt zur Erde herzustellen, aber gut. *facepalm*
Die Jungs jedenfalls haben nicht resigniert, wie wir informiert werden. Gut zu wissen, dass sie keine heulenden Nervenbündel geworden sind. Nur Flipper vermisst seine Familie, was Rhodan (der unsensible Sack) nicht so toll findet. Ich hoffe, der bleibt für immer Single.
Infodump über die Umgebung und die grandiose Feststellung, dass man die Gefahren und Schwierigkeiten sehr genau kannte, also hatte man sich darauf eingerichtet. Echt jetzt? Ich dachte ernsthaft, dass sie fröhlich auf alle Risiken gepfiffen haben. Wie als sie sich nicht angeschnallt haben. Dem folgt die noch bahnbrechendere Erkenntnis: Die technische Perfektion erlaubte mehr und mehr Dinge, die 20 Jahre zuvor noch sehr bedenklich erschienen wären. Flüge zum Mond zum Beispiel? Das halte ich bei den Pfeifen auch jetzt noch für bedenklich.
Rhodans Raumanzug war in Ordnung. Ja. Sonst wärst du nicht mehr am Leben, du Blitzmerker. û.ú Es folgt noch mehr Landschaft und Rhodan nimmt gedanklich den Mond in Besitz. Das findet er so lustig, dass er anfängt zu lachen und seine Kollegen, die das über Funk mitbekommen, schieben Panik. „Perry, was gibt es? Hast du Schwierigkeiten?“
Nein, nur ein kleiner hysterischer Anfall. Oder jemand hat irgendwelche hübschen Drogen in den Sauerstoffvorrat gemischt. Alles in bester Ordnung. ^-^
Der folgende Dialog soll wohl lustig sein... ich suche die Pointe immer noch.
„Perry, wie ist die Luft da oben?“
„Es gibt ein Gewitter“, antwortete Rhodan trocken.
Bis hier geht’s ja noch, hat sogar wirklich eine gewisse Komik. Aber ich bin ohnehin ein Fan von trockenem Humor. Leider wird’s dann kaputt gemacht.
Michael Bully Herbig verstummte verblüfft. Rhodans eigenartiger Humor hatte es in sich.
„Weil auf dem Mond die Luft so stark aufgeladen ist“, fügte er hinzu.
„Aha, so etwas muß man wissen.“

Hier hats mich total verlassen. Der Dialog war zwei Sätze lang gut! Und dann wird’s dermaßen kaputtgemacht ;_; Aber es wird noch besser. Rhodan erfragt, wie weit er weg ist und Manoli spielt den Streber: „852 Meter. Ich sitze nämlich vor dem Radartaster, womit ich dich auf dem Zentimeter genau angemessen habe. Tüchtig, was?“ Und Rhodan ist ganz exakt 852,0 Meter entfernt. Hat er fein gemacht. Dafür gibt’s ein Leckerli für alle.
Red Bull bekommt jetzt eine kleine Aufgabe, die ich hier mal ungekürzt wiedergebe.
„Ich bitte mir aus, daß sie sauber und exakt ausgeführt wird. Nimm deine MPi, schalte das Reflexvisier auf Vergrößerung zehnfach, Entfernung 850 und feuere ein halbes Magazin auf den großen Felsbrocken ab, der wie der Kopf eines Riesen aussieht. Etwa 50 Meter links von mir. Erkannt?“
Das war eine kurze Anweisung. Rhodan hielt nicht viel von überflüssigen Erklärungen.
„Erkannt“, bestätigte Bully knapp. „Darf man fragen, was der Scherz bedeuten soll?“
„Ich scherze selten mit ernsten Sachen. Ich will wissen, wie die Raketengeschosse in Miniaturausgabe wirken. Mich interessieren Aufschlagwucht und Sprengkraft. Fang an und paß genau auf, wie sich der Rückschlag unter den hiesigen Schwereverhältnissen auswirkt“
„Überhaupt kein Rückschlag“, behauptete Bully. „Jedes Geschoß besitzt seine eigene Treibladung nach dem Rak-Prinzip. Es gibt keine Hülsen. Geschoß und Zünder zischen gemeinsam davon.“
Und so weiter.
Drei Dinge habe ich hier anzumerken: 1. keine überflüssigen Erklärungen? Anscheinend ist Red Bull jemand, der weiß, wie man mit Waffen umgeht, also braucht er wohl kaum so dumme Anweisungen. o_O
1. Warum ballern die auf dem Mond rum? Ich fürchte, meine Überlegungen zum offensiven Charakter der Space Force waren berechtigt.
3. Kein Rückstoß? Was. Für. Ein. Bullshit!
Ich bin keine Expertin für Waffen, ich verabscheue sie im Gegenteil zutiefst. Aber selbst ich weiß, dass es keine Waffen ohne Rückstoß gibt. Weil da verdammt nochmal Energien frei werden, die irgendwo hinmüssen. Und eben nicht nur nach vorne gehen. Man kann den Rückstoß dämpfen oder ableiten. Aber das hat nichts mit dem Geschoss selbst zu tun, sondern mit dem Aufbau der Waffe.
Wie dem auch sei, wir erfahren, dass niemand ohne Waffe rausdarf. Weil es auf dem Mond von gefährlichen Individuen nur so wimmelt, oder was? Aber vielleicht erfahren wir ja noch, was das soll. Ich hoffe es jedenfalls stark.
Erstmal aber bereitet sich Red Bull darauf vor, den Felsen wegzuballern und endlich wird uns mitgeteilt, was der Quatsch eigentlich soll. „Stelle dir vor, dieser Steinklotz hätte unsere Fernsteuerung gestört.“
Ich finds immer noch dämlich, aber wenigstens hat das jetzt zumindest einen vorgeschobenen Sinn. Red Bull gibt ein paar Probeschüsse ab und Rhodan stellt fest, dass die Splitter bis zu ihm fliegen. Ich will ja kein Spielverderber sein, aber es wäre dann sicher eine gute Idee, einen größeren Sicherheitsabstand herzustellen. Solche Splitter sind bestimmt ziemlich scharf und ein Raumanzug ist nicht unkaputtbar. o_O;
Nebenbei klappt die Ballerei richtig gut und „[d]as Geschoß war schon hier, noch ehe du den Finger richtig gekrümmt hattest.“ Woher Rhodan das weiß? Keinen blassen Schimmer. Er muss ziemlich gute Augen haben. -_-
Jetzt wird der ganze Felsen kaputtgeballert und alle sind begeistert, wie toll die Waffe doch ist und dass es keine Druckwellen von den Einschlägen gibt. Klar. Wie auch, ohne Atmosphäre? Daneben haben wir auch noch einen Physikfail, denn auch wenn es ganz richtig keine Geräusche von den Schüssen gab, gibt es eine glutende Flammenlinie, wo die Geschosse einschlagen.
Ja. Man kann im All schießen, so viel habe ich rausbekommen, weil der nötige Sauerstoff irgendwie den Treibladungen gebunden ist. Aber was nicht gehen dürfte ist, dass der Felsen anfängt zu glühen weil es DA bestimmt keinen Sauerstoff dafür gibt. *facepalm*
Sie feiern noch ein wenig die tollen Waffen, dann wird zum Essen gerufen. Anscheinend haben sie eine kleine Küche mitgeliefert bekommen, keine Ahnung. Das Druckzelt ist fertig aufgebaut und der bordeigene Delfin bringt eine nicht ganz falsche Anmerkung vor: „Die Füllung kostet einige Liter Flüssigsauerstoff. Wird es sich lohnen, das wertvolle Gas derart zu verschwenden? Ich frage mich, ob wir es nicht eines Tages für die Zentrale der STARDUST brauchen. Unser Vorrat ist begrenzt.“
Ganz genau. Und momentan habt ihr noch keinen Kontakt zur Erde oder wisst, ob ihr auch zurückkommt. Sparsam sein ist da nicht die schlechteste Idee, außer, ihr wollt irgendwann auf die altmodische Art dafür sorgen, dass ihr weniger Sauerstoff verbraucht. Ich hätte da schon meinen Kandidaten, den ihr abknallen könnt.
Besagter Kandidat, weist Flipper jedenfalls zurecht: „Die Reparatur der Landestütze erfordert großes Geschick. Ich möchte nicht in einen hinderlichen Raumanzug gehüllt sein, wenn wir den Molvendinstahl bearbeiten. Ich möchte auch nicht in dieser gähnenden Leere stehen.“
Der Autor oder die Autoren könnens nicht wissen, aber heute macht die Besatzung der ISS unter noch schwierigeren Bedingungen ihre Außeneinsätze. Die Leute werden dafür ausgebildet, in Raumanzügen arbeiten zu können! Und ich hoffe wirklich, dass sie da nicht mit Schneidbrennern oder so arbeiten... wenn da was schiefgeht, hatten sie mal ein Zelt.
Nebenbei: Die haben ein Druckzelt das einfach so auf dem Mondboden steht? Ohne eine Plane darunter, um das ganze hermetisch zu schließen? Anders kann ichs mir jedenfalls nicht erklären, wenn die anscheinend zumindest das kaputte Beinchen mit drin haben. Sind die denn bescheuert? o_O Da wirklich auch das kleinste Loch zu vermeiden halte ich für unmöglich.
Ich bekomme hier echt Kopfschmerzen...
Rhodan, der Fuchs, ahnt, dass es um die Rückkehr zu Erde geht und das Baby. Meine Fresse, wenn er solche Bedenken hat, dann hätte er Flipper im Ozean lassen sollen und nicht mitschleifen.
Flipper schlägt vor, die Mission abzubrechen und heimzufliegen. Kein schlechter Gedanke, wenn ihr mich fragt. Bringt den Leuten auf der Erde ein paar Steine mit und alle freuen sich, dass man die Jungs heil zurückbekommen hat.
Aber nein. Rhodan findet, dass der Vorschlag identisch mit Fahnenflucht wäre. Er hat das ungute Gefühl, als kämen [sie] nicht unangefochten in den Raum.
Flipper rudert zurück und wir werden auf nach dem Essen vertröstet bis wir erfahren, wo der Störsender sein soll. Allerdings muss Red Bull erstmal hungern, weil einer Wache halten muss. Weil die Asiatische Förderation ja auch da sein könnte und vorbeischauen ob die Stardust auch wirklich Schrott ist. Man hätte dem geneigten Leser auch ruhig eher mitteilen können, dass sie von dem Start der Russen wissen, das hätte einiges etwas weniger absurd gemacht.
In der Rakete meldet Blitzmerker Manoli, dass man sie auf der Erde für verschollen halten wird. Das merkt man nach über einem Tag. Bravo.
Manoli dachte an seine Frau, Flipper an das Baby. Niemand sprach darüber, doch jeder wußte, daß dies eine Situation war, zu deren Beherrschung ein starker Wille erforderlich war.
Und mit diesem subtilen Hinweis, dass weder Flipper noch die Magnolie diesen Willen haben, mache hier an dieser Stelle einen Schnitt. Das Kapitel ist sehr lang und euch alles auf einmal vorzusetzen wäre wohl etwas zu viel des Guten. Oder alles auf einmal durchzuarbeiten.

Ich habe den Rest des Kapitels schon mal überflogen und glaubt mir... es wird nicht besser. Dabei finde ich das ganze Konzept hier zunehmend interessant. Es ist ein alternatives Universum zu unserem, klar. Aber an sich nicht schlecht. Blöd ist nur, dass mir vor allem Rhodan so dermaßen unsympathisch ist, da kann man nichts mehr retten. Von den Logik- und Physikfails will ich gar nicht erst anfangen. Bei letzterem werde ich sicher nicht alles erkennen, wir immer gilt: Wer Anmerkungen hat oder meine Meinung korrigieren will: Gerne! Ich nehme, was ich kriegen kann.